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InfoBrief 2016-1



Nr. 2016-1

12. Februar 2016

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, chers amis,


 

mit dem ersten INFO-BRIEF im neuen Jahr berichten wir wieder über das Leben in unserer Gesellschaft und laden Sie herzlich zur Teilnahme an unseren Veranstaltungen ein.


Brief des Präsidenten unserer Gesellschaft an denGeneralkonsul in Düsseldorf nach den Anschlägen vom 13. November 2015 in Paris:


Sehr geehrter Herr Generalkonsul,

wir haben heute Morgen auf unserer Internetseite unserer Trauer und unserem Schmerz Ausdruck darüber gegeben, daß unsere Freunde in Frankreich erneut den Schrecken eines blutigen terroristischen Anschlags haben erleben müssen und haben uns der Trauerbekundung der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften angeschlossen. Wir möchten Ihnen auch persönlich unsere Bestürzung angesichts dieses schrecklichen Geschehens übermitteln und Sie bitten, den Angehörigen der Opfer die tiefe Anteilnahme unserer Mitglieder und den vielen Verletzten des Anschlages unsere besten Genesungswünsche zukommen zu lassen.

Wir möchten Ihnen versichern, daß in diesem für uns alle bitteren Augenblick deutsche und französische Freunde fest verbunden sind in dem Willen, unsere gemeinsamen Werte gegen die zerstörerischen Kräfte der Gewalt mit allem, was in unseren Kräften steht, zu verteidigen.

In schmerzlicher Anteilnahme

gez.: Herbert D. Jess

 

RÜCKSCHAU

Am 23. September 2015 stellten Françoise Linckelmann, Jutta Menzel und Sylvie Tyralla-Noel das Werk des Literatur Nobelpreisträgers Patrick Modiano vor. Anhand seiner Rede vor der Akademie in Stockholm und Auszüge aus verschiedenen Romanen versuchten sie die immer wiederkehrenden Hauptthemen des Autors zu deuten. Im Mittelpunkt standen seine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, der Kollaboration, dem Gedächtnis und der Einsamkeit.

Vom 9. Bis zum 10. Oktober 2015 fuhren wir zu den Schlachtfeldern von Waterloo.

Nach unserem Ausflug nach Kaub im April setzten wir vom 9.-10 Oktober unsere Reise auf den Spuren Napoleons fort. War in Kaub, wo Soldaten unter dem Kommando Blüchers im Januar 1814 den Rhein überquerten, um die fliehenden napoleonischen Truppen zu verfolgen, die zentrale Gestalt unseres Besuchs dort eher der „Marschall Vorwärts“ so galt unser Besuch in Waterloo vor allem Napoleon und dem Ende seiner Vorherrschaft in Europa.

Eine Gruppe von 17 historisch interessierten Mitgliedern der Deutsch Französischen Gesellschaft startete um 7.45 per Bus in Richtung Belgien.

Ziemlich pünktlich kamen wir in Waterloo an, wo wir uns im ausgezeichneten und sehr gemütlichen Restaurant L´Amusoir stärkten. Anschließend führte uns eine äußerst kompetente und engagierte deutsche Fremdenführerin zunächst in das Wellington Museum. Das Haus, ein ehemaliges Gasthaus, beherbergte Wellington vom 17. bis 18. Juni 1815. Von hier aus schrieb er auch die Siegesnachricht nach England, in der er allerdings die an dem Sieg nicht unerheblich beteiligten Preußen nicht erwähnt! Hatte er sie aber doch in der Bedrängnis der Schlacht so sehnlichst herbei gewünscht: Ich wollte es wäre Nacht und die Preußen kämen. „O perfides Albion“ ist man da versucht auszurufen!

An Hand von Schautafeln zeigte man uns die verschiedenen Standorte der Schlacht, die nach dem Hauptquartier Wellingtons Waterloo benannt wurde, aber eigentlich auf den Feldern etwa 4 km südlich stattgefunden hatte. In Preußen sprach man von der Schlacht von Belle Alliance, was hervorragend zu passen schien für die “edle Allianz“, die Bonapartes Herrschaft ein Ende setzte. In Wirklichkeit war Belle Alliance 1815 ein Gasthaus, das Napoleon als Quartier diente und wo sich nach dem Sieg Blücher und Wellington trafen. (Den Namen trug das Gasthaus übrigens nach der Liaison seiner Wirtin mit ihrem sehr viel jüngeren Knecht! Wie banal!) Man kann es weiß gestrichen vom Löwenhügel aus in der Ferne liegen sehen. Der Löwenhügel, la butte du lion, war unser nächstes Ziel. Bei herrlichem Sonnenschein kletterten wir beherzt, aber doch keuchend die 226 Stufen zu dem bronzenen Löwen herauf, der den pyramidenförmig aufgeschütteten 41 Meter hohen Hügel krönt.

Die Sicht über die weite Ebene, an diesem sonnigen Tag keineswegs die „ morne plaine“ von Victor Hugo ist überwältigend. Die verschiedenen Schauplätze der Schlacht:

Genappe, Plancenoit und Mont Saint Jean zum Beispiel waren gut zu sehen. Wir mussten allerdings viel Phantasie aufbringen, um uns bei strahlendem Herbstwetter vorzustellen, wie die feindlichen Truppen nach dem Regen des Vortages, am 17. Juni 1815, Mühe hatten, auf dem schlammigen Boden Kanonen zu bewegen und selbst nicht im Schlamm stecken zu bleiben. Dies wurde uns dann in dem am Fuße des Löwenhügels gelegenen Mémorial de Waterloo, das rechtzeitig zu der 200 Jahresfeier des Sieges über Bonaparte eröffnet wurde, dreidimensional vor Augen geführt. Eine Viertelstunde lang taucht der Zuschauer ein in das Schlachtgetümmel. Er glaubt von den sich aufbäumenden Pferden überrannt und von den Bajonetten aufgespießt zu werden. Zum Greifen nah erscheinen Napoleon, Wellington und Blücher. Soldaten auf beiden Seiten werden gemetzelt wie Vieh, marschieren wie in einem mörderischen Ballett diszipliniert in den Tod. Ein blutjunger Trommler schlägt die Trommel zum Totengeleit.

Einen starken visuellen und auditiven Eindruck hatten wir vorher schon erhalten in der neben dem Löwenhügel gelegenen Rotunde. Dort befindet sich ein riesiges Panoramabild der Schlacht von Waterloo, das 1912 von Louis Dumoulin angefertigt worden war und dessen Wirkung durch akustische Effekte wie Kanonendonner und Pferdegewieher verstärkt wird.

Deutlich beeindruckt fuhren wir dann zu unserem Quartier, dem sehr idyllisch in einem Park gelegenen Ibis Style Hotel in Louvain -la -Neuve. Das moderne und sehr gepflegte Hotel bot uns vor und nach dem Dîner einen Raum zur Diskussion und zur Vorstellung von Literatur zum Thema Napoleon und Waterloo. Wir hatten insgesamt sechs Beiträge, fiktional und nicht fiktional: Die Titel seien hier kurz aufgeführt: Volker Hunecke: Napoleons Rückkehr, Marian Füssel: Waterloo, Stéphane Beemelmans: Histoire du 3ème Régiment de Dragons Dominique Villepin: Les Cent-Jours, Stephen Clarke: How the French won Waterloo or think they did, Stendhal: La Chartreuse de Parme, Heinrich Heine: Die Grenadiere, Jean-Paul Kauffmann: La chambre noire de Longwood.

Die Beiträge deckten ein breites Spektrum ab, führten sie doch von den hundert Tagen der kurzen Wiederaufnahme der Herrschaft Napoleons bis zu seinem einsamen Tod auf St. Helena. Die Beiträge waren gut vorbereitet und regten die Zuhörer zur lebhaften Diskussion über die kontroverse Beurteilung des Kaisers der Franzosen an. Um 23 Uhr war nach einem sehr langen erlebnisreichen Tag die verdiente Nachtruhe.

Am Sonntag ging es nach dem ausgezeichneten Frühstück zunächst nach Plancenoit zum Denkmal für die preußischen Truppen unter Blücher. Das neogotische von Schinkel erbaute Denkmal liegt steil oberhalb der Straße inmitten von Bäumen und umgeben von einem Gitter, so dass die Inschrift nur durch lebensgefährliche Kletterei oder durch Halsverrenken zu lesen ist.

Unser nächster Programmpunkt war dann die riesige, eindrucksvolle Ruine der Zisterzienserabtei von Villers. Die wie alle Zisterzienserklöster in einem Tal gelegene, teils romanische, teils gotische Abtei bildete eine harmonische Einheit mit der sie umgebenden üppigen Vegetation. Unser deutschsprachiger Führer vermittelte uns mit seinen sachkundigen Erklärungen ein anschauliches Bild von dem Leben in dem Kloster. Einen idyllischen Abschluss des Rundgangs fanden wir in dem nach Hildegard von Bingens Ideen angelegten Klostergarten, wo vor noch immer gelb und rosa blühenden Blumen das obligate Gruppenphoto entstand.

Das anschließende Mittagessen in dem Moulin de Villers zeigte alle Mitreisenden bei bester Laune, unterstützt von Wein oder auch von dem im Kloster gebrauten Bier. Entsprechend verfielen die Meisten auf der Rückfahrt im Bus entspannt in ein wohliges Mittagsschläfchen, aus dem sie spätestens bei unserer Ankunft in Bonn um viertel vor sechs erwachten.

En somme: Eine sehr gesellige, informative und anregende Reise, die neben der Konfrontation mit den Gräueln des Krieges auf dem Schlachtfeld von Waterloo auch schöne Bilder von der herbstlich gefärbten Wallonie und ihrer Gastfreundschaft in unseren Köpfen hinterlassen wird.

Allen an Organisation und Durchführung Beteiligten einen herzlichen Dank! Jutta Menzel Am 21. Oktober 2015 besichtigten wir die Ausstellung: Japans Liebe zum Impressionismus, von Monet bis Renoir in der Bundeskunsthalle Bonn. Es wurde vor allem über die Entstehung der großen japanischen Sammlungen berichtet, meiner Meinung nach zu wenig über den Grund, das Warum des Interesses der europäischen Maler für die „Estampe japonaise“ sowie über das Wesen des Impressionismus.

Selbstverständlich faszinierte die Qualität der gezeigten Werke, die den meisten von uns noch unbekannt waren, da zum ersten Mal in Europa ausgestellt! (TY)

 

Am 8. November 2015 luden wir zu einer szenischen Lesung „Emile Zola im Gespräch“ von und mit Sylvie Tyralla-Noel und Peter Andersch ein.

 

Am 19. November 2015 trafen wir uns zu einer Verkostung des Beaujolais Nouveau 2015 mit dem Colloquium Humanum im Oxford-Club, traditionsgemäß am dritten Donnerstag im November.

 

Am 5. Dezember 2015 luden wir zu unserem traditionellen Adventskaffee ein. Diesmal übernahm Christine Beilfuß die Musik am Klavier. Lyliane Kempen erzählte von der Entstehung der Santons de Provence, Annelies Jones und Lisel van Deenen trugen heitere Weihnachtsgeschichten vor. Wir bedankten uns mit viel Beifall für die schöne Unterhaltung.

 

Am 17. Januar 2016 trafen wir uns zu unserer Neujahrsmatinee 2016, die im Zeichen des Zauberlehrlings stand mit einer Hommage an Paul Dukas. In seiner Rede zu Beginn der Veranstaltung führte unser Präsident unter anderem aus:

„ . . . meine Damen und Herren, wie steht es denn wirklich um das Verhältnis zwischen den beiden achbarn? Wir gedenken in der kommenden Woche erneut des Jahrestages der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages, und aus diesem Anlaß werden auch wieder zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, natürlich auch hier in Bonn. Ich greife einmal zwei Bonner Veranstaltungen heraus, deren Fragenstellung ich für symptomatisch halte für die gegenwärtige Wahrnehmung des Standes unserer Beziehungen. Die eine beschäftigt sich mit dem Thema: „Ziemlich beste Freunde, und dann?“, und die andere: „Deutschland und Frankreich – immer noch der Motor Europas?“ Die Fragestellung insinuiert bereits die Skepsis, daß beide Länder gemeinsam noch zu leisten in der Lage sind, was von ihnen auf der europäischen Bühne erwartet wird.

Wenn wir genau hinsehen, erkennen wir zahlreiche widersprüchliche Entwicklungen in beiden Ländern, die die Gefahr eines Auseinanderlebens in sich bergen. Wir haben im abgelaufenen Jahr die Entscheidung der französischen Regierung erlebt, das Erlernen der deutschen Sprache durch Abschaffung der sog. „classes bilangues“ zu erschweren. Auf der anderen Seite hat die saarländische Ministerpräsidentin das Erlernen der französischen Sprache in allen Klassenstufen für obligatorisch erklärt. Viele amtliche Veröffentlichungen werden bei uns auch ins Englische übersetzt, darüber hinaus vielleicht auch ins Türkische, und neuerdings zunehmend auch ins Arabische, für die französische Sprache ist da kein Platz mehr – wohl weil auch keine Notwendigkeit dafür mehr gesehen wird. Und viele halten das ja auch gar nicht für so schlimm – man kann sich ja schließlich auch auf Englisch unterhalten. Es bleibt die traurige Feststellung, daß eines der immer wieder beschworenen Ziele der deutsch-französischen Freundschaft, nämlich die Förderung des Erlernens der Partnersprache, auf der Strecke geblieben ist.

Ja, auch diese Entwicklung ist die Folge einer sich verändernden Gesellschaft, ein Phänomen, das wir in beiden Ländern, vielleicht mit unterschiedlichen Schattierungen, wahrnehmen. In beiden Ländern konstatieren wir eine innere Zerrissenheit, verursacht von einem Wertewandel, der nicht von allen Mitgliedern der Gesellschaft in gleichem Maße nachvollzogen wird. Hinzu kommt, daß die zu beobachtende Verunsicherung der Bürger über grundlegende Fragen ihres Zusammenlebens zusammentrifft mit einer gerade im letzten Jahr – und insbesondere bei uns – beschleunigten Veränderung der Zusammensetzung der Gesellschaft, die außerordentlich konfliktträchtig ist und wofür wir noch kein Remedium gefunden haben. Henry Kissinger hat dies in einem Interview vom 30.12. letzten Jahres wie folgt ausgedrückt:

„Wenn sich die Zusammensetzung der Gesellschaft dramatisch und schnell verändert, als Resultat von äußeren Einwirkungen, dann wird das historische Konsequenzen haben“. Mir scheint, daß wir über diese historischen Konsequenzen noch viel zu wenig nachgedacht haben. Und hier sind wir bei einem gravierenden Unterschied zu der Situation in Frankreich. Dort nämlich beschäftigen sich namhafte und einflußreiche Philosophen und Autoren seit geraumer Zeit mit gesellschaftlicher Analyse und Prognose, und dies zum Teil auch mit provokativen Thesen. Alain Finkielkraut und Michel Houellebecq seien nur zwei Beispiele, die ich in diesem Zusammenhang nennen möchte. Auch die Massenbewegung „Manif pour tous“ hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert als bei uns vergleichbare Initiativen aus der Zivilgesellschaft.

Aber auch in anderen Bereichen erkennt man Unterschiede, die ein gemeinschaftliches Agieren auf europäischer Ebene erschweren. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik hat es in den letzten Jahren durchaus Entscheidungen bei uns gegeben, die von der anderen Seite als Alleingänge empfunden wurden.

Alles was in Deutschland in diesem Bereich passiert, wird in Frankreich sehr genau beobachtet, umgekehrt ist ein derartiges Interesse am Nachbarn nicht feststellbar. Es gibt für die Wirtschaftsleistung Deutschlands viel Bewunderung in Frankreich, und der französische Politikwissenschaftler Alain Minc hat dieser Bewunderung dadurch Ausdruck gegeben, daß er seinem vor zwei Jahren erschienenen Buch über Deutschland den Titel gab: „Vive l’Allemagne!“ und es in Anlehnung an eine deutsche Sentenz einleitete mit dem Satz: „Heureux comme Dieu en Allemagne!“ Er warnt jedoch auch davor, daß in Frankreich die jahrhundertealte Obsession eines zu mächtigen Deutschland sich wieder Bahn bricht, falls Deutschland die Karte der Dominanz angesichts zunehmender wirtschaftlicher Schwäche Frankreichs zu stark ins Spiel bringen sollte.

In diesem Vergleich scheinen die Franzosen aber ihre eigenen Trümpfe zu leicht zu übersehen: Ganz offenkundig ist aber angesichts der Geburtenraten die demographische Lage in Frankreich sehr viel positiver zu bewerten als in Deutschland.

Wenn man in Kategorien von „arm“ und „reich“ denkt, so zeigt sich, daß in der Bewertung der Privatvermögen Deutschland weit hinter Frankreich rangiert. Übrigens auch hinter Italien.

Wenn man in Frankreich durch trostlose ländliche Gebiete fährt, scheint sich diese statistische Feststellung allerdings nicht zu bestätigen, tatsächlich hat unser Nachbarland aber Errungenschaften vorzuweisen, die den deutschen Besucher neidisch zu machen vermögen. So bin ich jedes Mal froh, wenn ich nach einigem Anlauf die französische Autobahn erreiche, weil ich dort sicher sein kann, unbehindert von endlosen Baustellen und auch ohne Abschnitte mit Waschbrettasphalt zeitgerecht mein Ziel zu erreichen – gebe allerdings zu, daß man das Bezahlen von Maut und die in Frankreich vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung als lästig empfinden mag. Der deutsche Besucher registriert ebenfalls voller Erstaunen, aber auch mit großer Anerkennung, den kompletten Umbau des öffentlichen Nahverkehrs in den großen Städten. Von Bordeaux über Tours bis Lille, aber auch beispielsweise Dijon und Besançon gehören dazu, gibt es heute ein dichtes Straßenbahnnetz, das sich nicht nur architektonisch hervorragend ins Stadtbild einfügt, sondern auch in hohem Maße verkehrsberuhigend wirkt. Und in diesem Vergleich fallen einem natürlich auch die zahlreichen Neu- und Umbauten von Kulturstätten ein, seien es nun neue Konzerthäuser oder Museen, die in Frankreich an vielen Orten – Paris mit seiner neuen Philharmonie ist nur ein Beispiel dafür – ohne die hierzulande üblichen Verzögerungen und sonstigen Hindernisse entstanden sind. Es scheint, als ob der in Deutschland immer mehr beklagte Investitions- und Instandsetzungsstau, der in maroden Brücken und Straßen bei uns überdeutlich zu Tage tritt, in Frankreich nicht einmal ansatzweise diskutiert wird.

Man könnte die Aufzählung dieser Unterschiede natürlich noch mit weiteren Beispielen belegen, die nicht immer zugunsten Deutschlands ausfallen, wie manche zu glauben meinen. Es liegt mir aber daran, noch ein – relativ junges - Phänomen aufzuzeigen, das uns doch besorgt machen sollte. Im Gespräch mit Franzosen habe ich es in jüngster Zeit vermehrt erlebt, daß Deutschland für Probleme im eigenen Land verantwortlich gemacht wird. Wir kennen diese Diskussion ja seit langem von dem Streit um die starke Währung und das vermeintlich niedrige deutsche Lohnniveau. Hier nur drei Beispiele aus jüngster Zeit: Im letzten Sommer war bei den Protesten der Bauern, die in der Bretagne in einen regelrechten Aufstand auszuarten drohten, die Ursache schnell ausgemacht: die Massentierhaltung in Deutschland, die es den Bauern in Frankreich unmöglich mache, ihre Produkte zu angemessenen Preisen zu verkaufen. In dieselbe Richtung gehen die Vorwürfe, Deutschland habe sich im Alleingang aus der Nuklearenergie verabschiedet, scheue sich aber nicht vor einer unzulässigen Luftverschmutzung durch die Aufrechterhaltung des Betriebes seiner Braunkohlekraftwerke.

Letztlich ist auch die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung bei vielen Franzosen auf Unverständnis gestoßen – auch weil sie als ein eigenmächtiges und mit den Partnern nicht abgestimmtes Vorgehen empfunden wurde.

Natürlich haben uns die unterschiedlichen Sichtweisen nicht voneinander entfremdet. Aber wir haben uns deutlich von dem entfernt, was einmal im Élysée-Vertrag festgeschrieben wurde, und ich zitiere hier einmal den Passus, der für die auswärtigen Angelegenheiten formuliert wurde. Da heißt es:

„Die beiden Regierungen konsultieren sich vor jeder Entscheidung in allen wichtigen Fragen der Außenpolitik und in erster Linie in den Fragen von gemeinsamem Interesse, um so weit wie möglich zu einer leichgerichteten Haltung zu gelangen“. Dieses Kernelement des Élysée-Vertrags scheint mir etwas in den Hintergrund gerückt zu sein.

Wenn also von einem Schulterschluß zwischen Deutschland und Frankreich – jedenfalls auf politischer Ebene - heute nicht mehr so ohne weiteres gesprochen werden kann, so kommt den Kontakten im Bereich der Zivilgesellschaft umso größere Bedeutung zu. Und da ist – wie ich meine – das Feld noch immer gut bestellt. Aber: diese Landschaft bedarf ständiger Pflege sowie Blumen begossen werden müssen, damit sie nicht verdorren. Es gibt eine Menge Gesprächs- und Erklärungsbedarf zwischen Deutschen und Franzosen. Nutzen wir also unsere Instrumente, um wenn auch nicht unbedingt einen Gleichklang zu erzielen, dann doch zumindest um Kakophonien zu vermeiden. Und dazu bedarf es der persönlichen Nähe, die wir in unseren zahlreichen gesellschaftlichen Kontaktorganisationen geschaffen haben, den Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden, den bilateralen Begegnungen von Jugendlichen, den wissenschaftlichen und kulturellen Gemeinschaftsinstitutionen, den vielfältigen partnerschaftlichen Verbindungen zwischen Vereinen und binationalen Gesellschaften wie der unseren. Zeigen wir Verständnis für die Sorgen des anderen, ermutigen wir ihn, wenn ihn – wie so oft – ein Gefühl der „morosité“ beschleicht. Und bewahren wir uns in unseren Kontakten auch ein wenig Demut, dann wird der dringend erforderliche Dialog auch die erwünschten Früchte tragen. Und an dieser Stelle möchte ich noch eine Bitte an die Stadt Bonn loswerden, die mir und der Deutsch-Französischen Gesellschaft sehr am Herzen liegt. Bonn ist eine der ganz wenigen Städte in unserem Lande, die keine partnerschaftliche Beziehung zu einer französischen Stadt unterhält, und trotz der gut funktionierenden Partnerschaften einiger Stadtteile und im Umfeld von Bonn würden wir es für wünschenswert halten, wenn diesem Mangel abgeholfen werden könnte. Vielleicht können Sie, Frau Bürgermeisterin, diesen Wunsch aus unserer heutigen Veranstaltung mitnehmen.

Nun aber zu unserem heutigen Programm: Wir hatten schon sehr früh im vergangenen Jahr geplant, den französischen Komponisten Paul Dukas aus Anlaß seines 150. Geburtstages mit einer eigenen musikalisch-literarischen Veranstaltung zu würdigen. Dabei war klar, daß der Zauberlehrling im Mittelpunkt stehen sollte. Nun ist aber der „Zauberlehrling“ von Dukas ein Orchesterwerk, dessen Wiedergabe uns vor einige Probleme stellte (Hinweis auf Konzert des Leipziger Gewandhausorchesters von 2007 zum 80. Geburtstag von Kurt Masur). Dann haben wir den Pianisten Matthias Rein kennengelernt, der uns mit seiner Wiedergabe von Klavierwerken von Paul Dukas so sehr überzeugte, daß wir ihn gebeten haben, den „Zauberlehrling“ anläßlich unserer Matinee in einer Klavierfassung zu Gehör zu bringen. Und wir waren hocherfreut, als er zusagte, denn wir hatten uns auf der Suche nach Ersatz für das fehlende Orchester auch bereits einige Absagen eingehandelt. So also gilt unser großer Dank Herrn Rein, für den die Wiedergabe des „Zauberlehrlings“ auf dem Klavier heute auch eine Art Premiere sein wird.

Matthias Rein hat in Graz und Madrid seine musikalische Ausbildung erhalten und ist seit 15 Jahren an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Standort Aachen tätig. Er tritt daneben häufig als Solist und Liedbegleiter auf und konzertiert mit Kammerorchestern über Deutschland hinaus auch in mehreren europäischen Ländern.

Die Veröffentlichung seiner CD mit Klavierwerken von Francis Poulenc und Jean Françaix hat ihm in musikalischen Fachkreisen große Anerkennung eingebracht. Wir freuen uns jetzt schon auf sein heutiges Programm, das neben Werken von Paul Dukas auch noch einen interessanten Einblick in das musikalische Schaffen seines um ein paar Jahre älteren Freundes Claude Debussys gewährt.

Wie immer haben wir den musikalischen Teil verbunden mit literarischen Einsprengseln, von denen wir meinen, daß sie sich in idealer Weise ergänzen. Und wie immer hat diese Aufgabe ein bewährtes Team aus unserem Vorstand übernommen, das sich große Mühe gegeben hat, eine interessante und sinnfällige Mischung zu produzieren. Mein Dank gilt Françoise Linckelmann, Sylvie Tyralla-Noel, Rudolf Herrmann und Hermann Müller-Solger. Im Mittelpunkt steht heute der „Zauberlehrling“, die Ballade von Goethe aus dem Jahre 1797, zu einer Zeit entstanden also, zu der die Französische Revolution Deutschland zwar schon erreicht, aber das hergebrachte Ordnungssystem noch nicht beseitigt hatte. Gleichwohl hatten die Ereignisse zu einer grundlegenden philosophisch-politischen Auseinandersetzung in der Geisteswelt des ausgehenden Jahrhunderts geführt. Hier knüpft die Gedichtauswahl der heutigen Matinee an. Sie geht der Frage nach, wie Ordnung und Freiheit, Maß, Überschreitung des Maßes sowie Wiederherstellung von Regeln und Ordnung poetisch funktionieren. Sie will auch prüfen, wie das Spiel mit der maßvollen Ordnung zur Persiflage gerinnen kann. Sie werden feststellen, daß sich die französischen und deutschen Dichter hierbei in nichts nachstehen.

Auch wenn das Goethegedicht über den Zauberlehrling bereits 1797 entstanden ist, kann man es als prophetisches Sinngedicht über die Geschichte der Revolution, der napoleonischen Epoche und der konservativen Restauration verstehen. Dies gilt dann ganz konkret auch für die Adaptation von Nerval. In unserer beunruhigten Zeit mit Maßlosigkeit, Grenzüberschreitungen und Ordnungsproblemen vielfältiger Natur schien uns eine kritische Parade deutscher und französischer Poesie, die diese Thematik widerspiegelt, durchaus geeignet.

Lassen Sie sich vom Reichtum der poetischen Formen überraschen. Er kann sie vielleicht auch dazu anregen, darüber zu sinnieren, wie Paul Dukas, der den „Zauberlehrling“ im Jahre 1897 komponierte, also genau 100 Jahre nach Goethes Vorlage, in der damaligen Umbruchphase der Musik mit Maß und Überschreitungen umgeht und selbst wieder zu neuen Ausdrucksformen findet. Zum Spiel mit den Zauberlehrlingen gehört allerdings nicht nur der Schauder vor der Absurdität, sondern auch die ironische Entschärfung des Absurden.

Es versteht sich, daß wir angesichts der Geschehnisse unserer Tage, deren Zeugen wir geworden sind, mit einem Bekenntnis zur Freiheit beginnen. Sie ist die grundlegende Voraussetzung unseres politischen Handelns, des gesellschaftlichen Zusammenlebens und jeglicher Kreativität!

Und dieser Maxime fühlen sich Deutsche und Franzosen gleichermaßen verbunden.

Ich wünsche Ihnen einen ebenso vergnüglichen wie nachdenklichen Vormittag.

Vielen Dank! “

 

Am 22. Januar 2016 trafen wir uns im Kaisergarten zu einem anregenden Gespräch mit Siebo Janssen von Europedirect (Köln) und Jochen Leyhe als Moderator zum Thema „Deutschland-Frankreich: Immer noch der Motor Europas?“.

Siebo Janssen zeigte sich etwas skeptisch, was die europäische Rolle Frankreichs betrifft. Frankreich engagiert sich lieber in Afrika oder in Syrien als es einen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Politik leistet. Nach mehreren Wortmeldungen des Publikums konzentrierte sich das Gespräch über die Gefährdung der Europäischen Union in einer Zeit der Finanzkrise, der Renaissance der ultranationalen Parteien und der Bewältigung oder Nicht-Bewältigung der Probleme, die die massive Ankunft der Flüchtlinge in Europa bereitet. Wollen die Europäer ihre Grenzen dichtmachen und alle Vereinbarungen des Schengen-Abkommens

zunichtemachen? Da eine Überwindung der nationalen Egoismen zurzeit nicht erreichbar erscheint, wurde die Frage gestellt, ob man nicht dem Europa der Sechs, der Kernländer, eine Sonderstellung geben sollte und so die Unlenkbarkeit des Apparats überwinden.

 

VORSCHAU

 

Am Donnerstag, 3. März 2016 stellt Prof. Dr. Françoise Rétif den Prix Goncourt 2015 « Boussole » von Mathias Enard in französischer Sprache vor. Die Veranstaltung findet in der Médiathèque des Institut Français statt und beginnt um 18 Uhr.

La nuit descend sur Vienne et sur l’appartement où Franz Ritter, musicologue épris d’Orient, cherche en vain le sommeil, dérivant entre songes et souvenirs, mélancolie et fièvre, revisitant sa vie, ses emballements, ses rencontres et ses nombreux séjours loin de l’Autriche Roman nocturne, enveloppant et musical, tout en érudition généreuse et humour doux-amer, Boussole est un voyage et une déclaration d’admiration, une quête de l’autre en soi et une main tendue – comme un pont jeté entre l’Occident et l’Orient, entre hier et demain, bâti sur l’inventaire amoureux de siècles de fascination, d’influences et de traces sensibles et tenaces, pour tenter d’apaiser les feux du présent.(Actes Sud)

 

Am Donnerstag, 10. März 2016 laden wir zu einem Vortrag mit dem europäischen Abgeordneten Axel Voss zum Thema EUROPA MUSS GEMEINSAM HANDELN – DATENSCHUTZ IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN DIGITALISIERUNG UND TERRORBEKÄMPFUNG ein. Die Veranstaltung findet in der Bonner Vertretung der Europäischen Kommission, Berta-von-Suttner-Platz 2-4 statt und beginnt um 19 Uhr.

 

Am Freitag, 11. März 2016 treffen wir uns um 19.00 Uhr zu einem besonderen Dîner Amical in der Stadthalle Bad Godesberg. Vor dem Abendessen hält der französische Generalkonsul in Düsseldorf Vincent Muller einen Vortrag zum Thema: „Frankreich heute“. (Siehe besondere Einladung).

 

Am Donnerstag, 7. April 2016 stellen Françoise Linckelmann und Sylvie Tyralla-Noel den Roman « Meursault, contre-enquête » von Kamel Daoud in französischer Sprache vor. Für diesen Roman erhält der 1970 in Mostaganem geborene Schriftsteller 2015 den Prix Goncourt du premier roman.

Il est le frère de „l’Arabe“ tué par un certain Meursault dont le crime est relaté dans un célèbre roman du XXème siècle. Soixante-dix ans après les faits, Haroun, qui depuis son enfance a vécu dans l’ombre et le souvenir de l’absent, ne se résigne pas à le laisser dans son anonymat : il redonne un nom et une histoire à Moussa, mort par hasard sur une plage trop ensoleillée.

Haroun est un vieil homme tourmenté par la frustration. Soir après soir, il rumine sa solitude, sa colère contre les hommes qui ont tant besoin d’un dieu, son désarroi face à un pays qui l’a déçu. Etranger parmi les siens, il voudrait mourir enfin…

Hommage en forme de contrepoint rendu à L’Étranger d’Albert Camus, Meursault, contre-enquête joue vertigineusement des doubles, des faux-semblants pour évoquer la question de

l’identité. En appliquant cette réflexion à l’Algérie contemporaine, Kamel Daoud, connu pour ses articles polémiques, choisit cette fois la littérature pour traduire la complexité des héritages qui conditionnent le présent (Actes Sud).

Die deutsche Übersetzung ist unter dem Titel „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ erschienen. Die Veranstaltung findet im Hause Linckelmann, Platanenweg 4 in 53619 Rheinbreitbach statt und beginnt um 19.30 Uhr.

 

Am Donnerstag, 14. April 2016 findet die Ordentliche Mitgliederversammlung 2016 statt. Beginn 17.30 Uhr im Konferenzraum im Foyer des Zentrums für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Walter-Flex-Str. 3 in 53113 Bonn.

Anschließend hält Frau Birgit Holzer, Frankreich-Korrespondentin des Bonner „General-Anzeigers“, einen Vortrag zum Thema: „Klischees und Überraschungen - Frankreich aus Korrespondentensicht - Analysen-Anekdoten-Erlebnisse“, siehe besondere Einladung.

 

Vom Sonntag, 24. April bis zum Sonntag, 1. Mai 2016 fahren wir mit Burkart Beilfuß nach Paris.

 

Am Freitag, 29. April 2016 präsentiert der Präsident der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Società Dante Alighieri, Bonn, Herr Ulrich Forster, sein Programm zum Thema: PARIS 1900 – 1923 – Skandallust und Rückbesinnung Konzert und Vortrag mit Thomas Lachmann und Ulrich Forster.

Die gemeinsame Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Theatersaal des Augustinums Bonn, Römerstrasse 118, 53117 Bonn. Bitte den Eintritt von 10,00 € ist vor Ort in bar zahlen.

 

Am Montag, 2. Mai 2016 laden wir gemeinsam mit dem Hardtberg-Gymnasium zu einer Table Ronde mit Prof. Dr. Corinne Defrance, Prof. Dr. Ulrich Pfeil und Rudolf Hermann.

Zum Thema „DEUTSCHLAND – FRANKREICH – IMMER NOCH EIN „ BESONDERES „ PAAR? “ Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr in der Aula des Hardtberg-Gymnasiums, Gaußstrasse 1, 53125 Bonn.

 

COIN LITTÉRAIRE

Tristan Klingsor : Sur le Pont-Neuf

Sur le parapet du Pont-Neuf de Paris

Qui est si vieux, je m’accoude et je rêve :

Un soir très doux d’automne s’achève

Dans la musque des causeries.

Je rêve : un bateau-mouche léger file

Vers Auteuil ou vers Saint-Cloud ;

Un pêcheur prend un goujon au bout

De son fil.

Je rêve à celles aux airs menteurs d’amour

Qui sont passées et passeront

En fins corsets de guêpes et robes de velours

Sur le pont.

Je rêve à ceux qu’une infidèle trompait

Et qui ont quitté désespérés leurs lits

Pour se jeter dans l’eau jolie

De haut du parapet.

Je rêve : dans l’air doré de Notre-Dame s`’élève

Et Henri-quatre sourit seul sur le vieux pont

Par où les belles et galants s’en vont.

Je rêve…

Paul Verlaine : Nocturne parisien

Roule, roule ton flot indolent, morne Seine. —

Sur tes ponts qu’environne une vapeur malsaine

Bien des corps ont passé, morts, horribles, pourris,

Dont les âmes avaient pour meurtrier Paris.

Mais tu n’en traînes pas, en tes ondes glacées,

Autant que ton aspect m’inspire de pensées ! […]

— Toi, Seine, tu n’as rien. Deux quais, et voilà tout,

Deux quais crasseux, semés de l’un à l’autre bout

D’affreux bouquins moisis et d’une foule insigne

Qui fait dans l’eau des ronds et qui pêche à la ligne.

Oui, mais quand vient le soir, raréfiant enfin

Les passants alourdis de sommeil ou de faim,

Et que le couchant met au ciel des taches rouges,

Qu’il fait bon aux rêveurs descendre de leurs bouges

Et, s’accoudant au pont de la Cité, devant

Notre-Dame, songer, coeur et cheveux au vent !

Les nuages, chassés par la brise nocturne,

Courent, cuivreux et roux, dans l’azur taciturne.

Sur la tête d’un roi du portail, le soleil,

Au moment de mourir, pose un baiser vermeil. […]

— Et puis l’orgue s’éloigne, et puis c’est le silence,

Et la nuit terne arrive et Vénus se balance

Sur une molle nue au fond des cieux obscurs :

On allume les becs de gaz le long des murs.

Et l’astre et les flambeaux font des zigzags fantasques

Dans le fleuve plus noir que le velours des masques ;

Et le contemplateur sur le haut garde-fou

Par l’air et par les ans rouillé comme un vieux sou

Se penche, en proie aux vents néfastes de l’abîme.

Pensée, espoir serein, ambition sublime,

Tout, jusqu’au souvenir, tout s’envole, tout fuit,

Et l’on est seul avec Paris, l’Onde et la Nuit ! […]

— Et tu coules toujours, Seine, et, tout en rampant,

Tu traînes dans Paris ton cours de vieux serpent,

De vieux serpent boueux, emportant vers tes havres

Tes cargaisons de bois, de houille et de cadavres !

 

A VOS CASSEROLES

Manchons de canard à l’orientale

4 manchons de canard (cuisses)

2 cuillers à soupe d’huile d’olive

1 oignon

½ cuiller à café de cannelle en poudre

½ cuiller à café de gingembre en poudre

1 cuiller à soupe de miel

25 cl de bouillon de légumes

4 poires

1 cuiller à soupe de graines de sésame doré

Sel et poivre

Faire chauffer le four à 200°.

Mettre l’huile à chauffer dans une poêle, y dorer les manchons de canard de chaque côté une minute. Les retirer et mettre l’oignon émincé à fondre, ajouter les épices et bien mélanger.

Placer les manchons dans un plat à tajine avec les oignons, arroser du bouillon de légumes, saler et poivrer, mettre au four 40 minutes en retournant la viande toutes les dix minutes.

Peler les poires, les couper en deux, enlever le coeur. Les ajouter au canard et poursuivre la cuisson 15 minutes à couvert.

Saupoudrer de sésame au moment de servir. Accompagner de riz ou de pommes de terre rissolées ou d’une purée de pois chiches.

 

SONSTIGES

Interner Hinweis mit der Bitte um Beachtung

Die Ordentliche Mitgliederversammlung 2015 hat beschlossen, den Jahresbeitrag für Einzel- und Familienmitglieder von bisher 50,00 € auf 60,00 € ab 01.01.2016 zu erhöhen. Die Konten aller Mitglieder, die dem SEPA- Lastschriftverfahren zugestimmt haben, werden beim nächsten Einzugstermin automatisch mit dem neuen Betrag belastet. Zusätzliche Maßnahmen sind nicht erforderlich! Die Selbstzahler werden gebeten, den neuen Betrag von 60,00 € bei ihren Überweisungen zu berücksichtigen. Wenn bereits Zahlungen mit dem alten Betrag (50 €) erfolgt sind, bitten wir um eine Nachzahlung um den Erhöhungsbetrag von 10,00 €.

 

Am Dienstag, 23. Februar wird Prof. Dr. Françoise Rétif mit einem Vortrag in französischer Sprache Michel Tournier gedenken. Médiathèque des Institut Français um 18.00 Uhr.

 

Wir weisen auf eine Veranstaltung des Literaturhauses Bonn hin: Autorenlesung mit Kamel Daoud »DER FALL MEURSAULT – EINE GEGENDARSTELLUNG« Montag, 14. März, 19:30 Uhr, Haus der Geschichte.

 

Am Freitag, 08. April 2016 findet eine Buchvorstellung im Hörsaal des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig, Adenauerallee 160, 53113 Bonn statt.

Thema:Exotismus und Globalisierung Brasilien auf Wandteppichen: Die Tenture des Indes. Unser Mitglied Frau Dr. Helga Prüßmann-Zemper ist Mitherausgeberin des Buches.

 

Am Donnerstag, 21. April stellen Françoise Linckelmann und Sylvie Tyralla-Noel Kamel Daouds Roman „Meursault, contreenquête“ in der Médiathèque des Institut Français um 18.00 Uhr vor.

 

Das Institut Français bittet uns auf folgende Termine hinzuzuweisen:

Mardi 15 mars -18h30 - Lecture par l’auteur

Nous dînerons en français d’Albena Dimitrova en français et allemand

Mercredi 16 mars - 19h – Cinéclub

La Mort du dieu serpent (F/Sénégal/2014) 91 min

(Version originale sous-titrée français)

Jeudi 17 mars - 18h – Conférence

Prof. Dr. Peter Blumenthal: “Perspektiven der Frankophonie”, en allemand

Vendredi 18 mars - 19h – Cinéclub

Hope (F/2013) 86 min

(Version originale sous-titrée français)

 

Gut zu wissen: Notruf 112 gilt europaweit

Der 11. Februar ist Tag des europaweiten Notrufs 112. Weniger als jede fünfte Person in Deutschland weiß, dass der Notruf 112 europaweit gilt. Er ist vorwahlfrei, kostenlos und mit ihm erreichen Hilfesuchende immer die nächstgelegene Notrufzentrale.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sylvie Tyralla-Noel

Klausdieter Hübschmann

 


 

Impressum:

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

 

Anschrift:

Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V.

Am Gärtchen 31

53347 Witterschlick

Tel. : 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

Die Gesellschaft ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nr. 3999 eingetragen und als gemeinnützig vom FA St. Augustin anerkannt

Steuernummer 222/5733/0775.

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de

Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel; E-Mail: tyralla-noel@web.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

 

Bankverbindung:

IBAN: DE33 3705 0198 0000 00 69 99

BIC: COLSDE33XXX

 

Die Deutsch-Französische Gesellschaft ist Mitglied der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa (VDFG)